WIR HIER: Artikel von Geflüchteten und Menschen, die schon länger hier leben

Starke Worte

Von Zina Safoyan aus Armenien
ZinaJeder Mensch hat seine Ziele und Träume, und jeder will seine Ziele und Träume erreichen. Ich bin seit zweieinhalb Jahren in Deutschland, in diesem Sommer mache ich meinen Schulabschluss. Seitdem ich 16 Jahre alt bin, arbeite ich neben der Schule an zwei Tagen in der Woche als Aushilfe in einem Supermarkt. Mein Ziel ist zunächst einmal, dass ich in diesem Jahr eine Ausbildung beginne, und mein Traum, dass ich für immer hier in Deutschland bleiben kann.
Ich möchte mich nicht über meine Situation beklagen, denn das hilft nicht. Aber ich muss sagen, dass das alles nicht einfach für mich ist.

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WeriaVon Weria Ebrahimi aus Iran

Vorweg: Mittlerweile habe ich mit meiner Schwester und zwei Freunden eine Wohnung anmieten können. Ich merke, dass ich mich wohl fühle.
Das war nicht immer so nach meiner Flucht gewesen. Ich habe in verschiedenen Unterkünften in Norderstedt gelebt. Dort teilte ich Wohnung oder Zimmer mit Menschen anderer Nationalität und Sprache. Trotz gleicher Sprache und trotz oft gleichem Herkunftsland hatten alle unterschiedliche Wertvorstellungen und unterschiedliche Ansprüche an Sauberkeit und Ordnung.

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Ich habe Vian bei ihrer Ankunft Mitte 2015 in Norderstedt mit einer Sprachmittlerin begrüßt. Sie war eine zarte, hochschwangere Frau, die mit ihrem Mann und vier Kindern reiste. Die beiden Kinder im Teenageralter waren die Kinder des Cousins ihres Mannes, die auch die ersten vier Monate in Norderstedt mit der Familie zusammenlebten.
Vian beschreibt ihre Ankunft als schrecklich, da sie sich nicht mit Worten verständlich machen konnte und niemanden kannte.

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Von Samah Al Shaghdari aus Jemen, aus dem Arabischen übersetzt
SamahDer Brauch der Zwangsverheiratung junger und manchmal sehr junger Mädchen ist eines der sozialen Phänome in arabischen Ländern. Es gibt viele Gründe, warum Eltern ihre Töchter in einem frühen und manchmal sehr frühen Alter verheiraten. Die schlechte wirtschaftliche Lage und der Analphabetismus sind dabei die Hauptfaktoren: Die Menschen leben oft unter fragilen wirtschaftlichen Bedingungen, und sie haben inbesondere in ländlichen Gebieten keine Vorstellung von den Konsequenzen und Risiken solcher Ehen.

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Von Mohamad Badawi aus Syrien, aus dem Arabischen übersetzt
- Fortsetzung der Beiträge in den vorherigen Heften -
MohammadNachdem ich eine lange Woche ungeduldig gewartet hatte, trafen Maria und ich uns endlich wieder.
Die Begrüßung war sehr herzlich. Wir setzten uns auf unsere Bank und sie fragte: „Was hast du heute für mich?“ - „Liest du gerne?“, stellte ich eine Gegenfrage. Sie sagte: „Ja.“ Dann fragte ich, welche Bücher sie gerne lese. „Eigentlich alle Literatur, vor allem aber Romane mit tollen Geschichten. Außerdem mag ich Gedichte“, sagte sie. Ich staunte: „Unser Geschmack ist dann sehr ähnlich, das ist ja großartig, ich lese ebenfalls gerne literarische Bücher und Gedichte.“ Ich erzählte ihr, dass ich meine Bücher sogar sortiert im Regal aufbewahre, damit ich schnell dasjenige fände,

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Von Mirghani Khiri, geboren in Ägypten
MirghaniKhiri
Warum fasten Muslime?

Zu den fünf Säulen des Islam gehört neben dem öffentlichen Glaubensbekenntnis, dem täglichen rituellen Gebet, der sozialen Pflichtabgabe und der Wallfahrt nach Mekka auch das gemeinsame Fasten. Der Fastenmonat Ramadan soll die Enthaltsamkeit der Menschen festigen, Geduld lehren und an soziale Verpflichtungen gegenüber Bedürftigen erinnern.
Muslime dürfen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nicht essen und nicht trinken. Und es gilt nicht nur der Verzicht auf Essen und Trinken, sondern man darf auch nicht rauchen und keinen Sex haben. In der Fastenzeit muss man auch besonders darauf achten, nicht schlecht über andere Menschen zu reden und keine Gewalt auszuüben.

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Jamal Nasser Edin aus Syrien, aus dem Arabischen übersetzt

„O ihr, die ihr gläubig seid, das Fasten ist euch vorgeschrieben, so wie es euren Vorgängern vorgeschrieben war, so dass ihr euch gegen das Böse schützen mögt.“ (Koran, Suren Al-Baqarah, 183).

JamalFasten im Islam geht über Abstinenz hinaus. Fasten ist eine besondere Form der Anbetung des Schöpfers und stellt eine spirituelle Beziehung zwischen ihm und dem Menschen her. So unterscheidet sie sich von anderen Anbetungsformen.
Verordnet sind im Ramadan praktische Schritte, die zur Reinigung der Seele führen und den Menschen befähigen sollen, Heimsuchungen und Not auch körperlich zu ertragen. Fasten schult die menschliche Seele im Glauben, in der Geduld und in der Unterdrückung der Lüste.
Es ist also eine umfassende Erziehung und eine religiöse Anordnung mit vielen Vorteilen: Fasten gibt denen Gutes, die es suchen, und den Bedürftigen Almosen. So spielt Geduld eine zentrale Rolle bei der Kontrolle menschlichen Verhaltens und beim Fasten fühlen wir die Not der Bedürftigen und Armen und können ihnen so mit Liebe und in aller Aufrichtigkeit helfen.

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HamdouHajjo
Willkommen-Team (WT):
Du bist jetzt 20 Jahre alt und seit Ende 2014 Deutschland, zunächst nur mit Mutter und Schwester. Dein Vater hat es erst 2016 nach Deutschland geschafft. Was war das Schwierigste für Euch in der Zeit ohne Euren Vater?
Hamdou Hajo: Dass wir ihn phasenweise nicht erreichen konnten. Und für meine Mutter war es schwer, dass sie alleine die Verantwortung für alles tragen musste. Es war für uns sehr traurig, dass wir als Familie nicht zusammen sein konnten. Wir haben uns immer Sorgen um ihn gemacht, denn wir wussten ja, dass er in einem gefährlichen Land ist.

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Von Habibola Samadi aus Afghanistan
HabibolaSamadi
Seit einigen Monaten arbeite ich bei einem Projekt vom Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein im Zusammenhang von „Kirche und Schule“ mit. In dem Projekt sollen Jugendliche der 8. und 9. Klassen das Gefühl von Fremdheit und Verunsicherung erleben, wie es für Flüchtlinge Alltag ist.
Die Schüler/innen werden dazu in eine fiktive Situation versetzt: Sie müssen aus Deutschland fliehen, weil hier ein diktatorisches Regime die Macht übernommen hat, das ein Leben in Freiheit unmöglich macht.

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Von Habibola Samadi aus Afghanistan
HabibolaSamadi
Überlieferungen besagen, dass das Feiern der Feste Eid- al-Fitr und Eid-al-Adha in Medina nach der Mohammads Migration aus Mekka initiiert wurde: In Medina hätte der Prophet Menschen vorgefunden, die zwei Tage lang feierten. Von Mohammad nach dem Grund gefragt, hätten sie geantwortet, dass diese Tage Gelegenheiten für Spaß und Erholung seien. Der Prophet hätte sie dann darauf hingewiesen, dass der Allmächtige selbst Tage für die Gläubigen festgesetzt hätte, die Spaß und Erholung dienen sollten.

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Von Bozan Shikho aus Kurdistan

BozanWie viele Stunden die tägliche Fastenzeit beträgt, hängt davon ab, wo ein Muslim lebt. Das hat mit der Sonne zu tun: Zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang liegen in Europa mehr Stunden als in der arabischen Welt. Darum ist das Fasten für Muslime in nördlichen Ländern eine noch größere Herausforderung als für diejenigen, die im arabischen Raum leben. Dennoch halten sich auch in Europa die meisten Muslime an die Verordnung des Koran.
Praktisch heißt der Verzicht auf Essen und Trinken zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, dass wir Muslime tagsüber hungrig und durstig sind, vor allem in den ersten Tagen des Ramadan. Später gewöhnt sich der Körper an den anderen Rhythmus. Muslime bekommen in diesen 30 Tagen auch weniger Schlaf als sonst, denn gegessen werden darf ja erst nach Sonnenuntergang und gegessen

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Flüchtings und Migrationsarbeit Norderstedt in Trägerschaft des Diakonischen Werks Hamburg-West/ Südholstein.

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