WIR HIER: Artikel von Geflüchteten und Menschen, die schon länger hier leben

Starke Worte

HamdouHajjo
Willkommen-Team (WT):
Du bist jetzt 20 Jahre alt und seit Ende 2014 Deutschland, zunächst nur mit Mutter und Schwester. Dein Vater hat es erst 2016 nach Deutschland geschafft. Was war das Schwierigste für Euch in der Zeit ohne Euren Vater?
Hamdou Hajo: Dass wir ihn phasenweise nicht erreichen konnten. Und für meine Mutter war es schwer, dass sie alleine die Verantwortung für alles tragen musste. Es war für uns sehr traurig, dass wir als Familie nicht zusammen sein konnten. Wir haben uns immer Sorgen um ihn gemacht, denn wir wussten ja, dass er in einem gefährlichen Land ist.

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Von Habibola Samadi aus Afghanistan
HabibolaSamadi
Seit einigen Monaten arbeite ich bei einem Projekt vom Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein im Zusammenhang von „Kirche und Schule“ mit. In dem Projekt sollen Jugendliche der 8. und 9. Klassen das Gefühl von Fremdheit und Verunsicherung erleben, wie es für Flüchtlinge Alltag ist.
Die Schüler/innen werden dazu in eine fiktive Situation versetzt: Sie müssen aus Deutschland fliehen, weil hier ein diktatorisches Regime die Macht übernommen hat, das ein Leben in Freiheit unmöglich macht.

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Von Habibola Samadi aus Afghanistan
HabibolaSamadi
Überlieferungen besagen, dass das Feiern der Feste Eid- al-Fitr und Eid-al-Adha in Medina nach der Mohammads Migration aus Mekka initiiert wurde: In Medina hätte der Prophet Menschen vorgefunden, die zwei Tage lang feierten. Von Mohammad nach dem Grund gefragt, hätten sie geantwortet, dass diese Tage Gelegenheiten für Spaß und Erholung seien. Der Prophet hätte sie dann darauf hingewiesen, dass der Allmächtige selbst Tage für die Gläubigen festgesetzt hätte, die Spaß und Erholung dienen sollten.

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Von Bozan Shikho aus Kurdistan

BozanWie viele Stunden die tägliche Fastenzeit beträgt, hängt davon ab, wo ein Muslim lebt. Das hat mit der Sonne zu tun: Zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang liegen in Europa mehr Stunden als in der arabischen Welt. Darum ist das Fasten für Muslime in nördlichen Ländern eine noch größere Herausforderung als für diejenigen, die im arabischen Raum leben. Dennoch halten sich auch in Europa die meisten Muslime an die Verordnung des Koran.
Praktisch heißt der Verzicht auf Essen und Trinken zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, dass wir Muslime tagsüber hungrig und durstig sind, vor allem in den ersten Tagen des Ramadan. Später gewöhnt sich der Körper an den anderen Rhythmus. Muslime bekommen in diesen 30 Tagen auch weniger Schlaf als sonst, denn gegessen werden darf ja erst nach Sonnenuntergang und gegessen

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Von Bashear Rajha aus Syrien, aus dem Arabischen übersetzt
BashearRajha
Vor einem Jahr haben wir dieses Magazin gegründet, das für uns wie ein Fenster war, durch das wir unsere Projekte, unsere Probleme und unsere Gefühle erst mal nur fiktiven Leserinnen und Lesern gegenüber äußern konnten. Rückblickend lässt sich feststellen: Wir haben hervorragende Texte geschrieben und in der Redaktion wunderbare Momente miteinander verbracht, und wir sind mit vielen von Ihnen, den Leserinnen und Lesern, ins Gespräch gekommen.
So ist das Magazin eine Verbindung zwischen Geflüchteten und Menschen, die schon immer oder schon lange in Deutschland leben. Diese Verbindung ist uns wichtig, weil sich so die verschiedenen Kulturen näher kommen können und Integration erleichtert wird.

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SamahVon Samah Al Shagdari aus Jemen
aus dem Arabischen übersetzt und gekürzt

Frauen auf der ganzen Welt machen am 8. März auf noch immer nicht verwirklichte Frauenrechte aufmerksam. Denn immer noch werden Frauen marginalisiert, unterdrückt, oft genug zum Schweigen gebracht, besonders in Ländern der sog. Dritten Welt. Aber ihre Forderungen werden lauter.
Es war ein weiter Weg bis zum Weltfrauentag, aber der Kampf hat sich gelohnt, er hat das Gesicht der Welt verändert. Heute treten nicht nur Frauen jeden Alters für ihre Rechte ein, sondern auch Männer.

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Von Homayoun Akbari-Teherani aus Iran

Homayoun Akbari TeheraniMan hört immer, dass Engel irgendwo im Himmel sind und in heiligen Büchern und Märchen vorkommen. Nein, die Engel sind hier, zwischen uns. Man muss nur die Augen aufmachen, um sie zu sehen. Ich habe die Ehre gehabt, ein 6-wöchiges Praktikum im Willkommen-Team Norderstedt absolvieren zu dürfen. In dem Verein habe ich viele Engel kennen gelernt. So ein Engagement, so viel Kraft und Energie, wie ich sie bei den Mitgliedern des Willkommen-Teams und bei der Diakonie gesehen habe, das kann nur eine überirdische Gabe sein.
Ich hoffe, dass die Flüchtlinge die Unterstützung, die sie durch das Willkommen-Team haben, wenn nicht jetzt, dann irgendwann später zu schätzen wissen und nicht für selbstverständlich halten.

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HaylVon Hayl Aioub aus Syrien

Nicht alles ist, was es zu sein scheint. Das gilt für Dinge, aber genauso auch für Menschen. Ich meine damit unsere inneren Bilder, unsere Vorstellungen von etwas und unsere Vorurteile, positiv wie negativ. Selbst über Länder kann das zutreffen. Fast alle Menschen hier kennen Syrien wegen des Bürgerkriegs. Aber unser Land ist viel mehr.
Als ich noch in der Erstaufnahme in Neumünster wohnte, hatte ich einen Mitbewohner, der bei den Mahlzeiten immer dafür dankte, dass er jetzt in Deutschland sei. Er streckte die Arme gen Himmel und rief: „Lieber Gott, ich danke dir, dass ich hier sein darf. Jetzt wird alles besser.“ Auch für das Essen dankte er. „Besonders mag ich den Käse.

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AhmadTurkiVon Ahmad Turki aus Syrien
Aus dem Arabischen übersetzt

Als mir das Leben wegen des Krieges in meiner Heimat schwer fiel, beschloss ich mit meiner Familie zu fliehen, irgendwohin, wo es für uns sicher war. Deutschland kam mir als erstes in den Sinn, da dort viel Wert auf Entwicklung und Organisation gelegt wird. Bekannte von mir waren schon dorthin geflüchtet und erzählten mir, dass sie mit offenen Armen und Liebe aufgenommen wurden. Als ich fragte, wie es mit dem Asylverfahren und dem Aufenthaltsstatus aussieht, meinten sie allerdings: “Das ist Glückssache.“

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ZinaVon Zina Safoyan aus Armenien

 

 

 

Sehnsucht

Weit, weit weg.
Eine Stadt im Nirgendwo.
Menschen ohne Sinn des Lebens
Treiben in den dunklen Straßen,
Suchen Liebe, Glück und Freude.
Sehnsucht in den Augen steht.
Leere der Sehnsucht – wie füllen?
Sehnsucht nach Heimat, Verwandten,
nach Erde und Wasser, Gerüchen.
Sehnsucht in den Augen steht.
Liebe, Glück und Freude suchen.
Durch die dunklen Straßen treiben
Menschen ohne Sinn des Lebens.
Eine Stadt im Nirgendwo.
Weit, weit weg.

Zur Person:

Zina Safoyan ist 15 Jahre alt und seit 2 Jahren mit ihrer Mutter in Deutschland. Sie liebt ihre Familie und sie schreibt gerne und hört und macht gerne Musik.

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Mohammad Imagination: Ich und sie Von Mohammad Badawi aus Syrien

  1. Fortsetzung

Nachdem Maria mich auf dem Bahnhof angesprochen hatte, ging mir vieles durch den Kopf. Warum will sie mich treffen? Über welches Thema könnte ich mit ihr sprechen? Die Tage bis zu unserer Verabredung vergingen sehr langsam.

Ich war schon eine Stunde vor der verabredeten Zeit dort und habe von meiner Bank aus jede vorübergehende Frau genau angeschaut, ob sie wohl Maria sei. Aber Maria kam auf die Minute pünktlich und ich habe sie sofort an ihrem freundlichen Lächeln erkannt. Sie gab mir die Hand, sagte ‚Hallo‘ und redete gleich weiter: „Es tut mir Leid, ich habe heute nur wenig Zeit, weil ich zu einem wichtigen Termin muss.

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WIR HIER Herausgeber

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Flüchtings und Migrationsarbeit Norderstedt in Trägerschaft des Diakonischen Werks Hamburg-West/ Südholstein.

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