WIR HIER: Artikel von Geflüchteten und Menschen, die schon länger hier leben

Vom Weggehen und Ankommen

Von Mustafa Maai aus Syrien. Aus dem Arabischen übersetzt.
MustafaMaai
Die Religion der Yeziden ist eine sehr alte Religion, man sagt, sie sei die älteste Religion der Kurden. Sie enthält Bestandteile alter Naturreligionen, wie z.B. die Verehrung der Sonne. Andere Hinweise besagen, dass die Wurzeln dieser Religion auf die Epoche der Sumerer zurückgehen.
Über die Anzahl der Yeziden gibt es nur Schätzungen, man sagt zwischen 800.000 und einer Million weltweit. Ihre größten Siedlungsgebiete vor der Vertreibung lagen im Nordirak, aber auch in Syrien, in der Türkei und im Iran. Im Nordirak in Lalisch in der Nähe von Mossul befindet sich das religiöse Zentrum der Yeziden. Wichtigstes Heiligtum dort ist die Grabstätte von Scheich Adīibn Musāfir, dem bedeutendsten Heiligen der Yesiden.

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Von Tara Jafar Zadeh aus Dubai. Aus dem Englischen
Tara Jafar Zadeh
Drei ‚Ws‘ bzw. im Englischen drei ‚Rs‘ fordern dazu auf, diese Erde, unseren Heimatplaneten, sauberer und sicherer zu machen. Die drei ‚Ws‘ bedeuten weniger verbrauchen, wieder verwenden, weiter verwerten. Im Englischen heißt das reduce, reuse and recycle.
Wenn ich „sicherer“ sage, meine ich das nicht nur in Bezug auf uns Menschen. Die Vermüllung unserer Umwelt ist für das Leben zu Lande und zu Wasser todbringend oder zumindest schädlich. In Plastiktüten können Tiere sich verfangen und ersticken. Und sie halten Plastik fälschlicherweise für Nahrung.

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Von B.L.
Es ist wunderbar zu sehen, dass sich im Moorbekpark in Norderstedt-Mitte etwas tut: Die dort von der Stadtverwaltung neu konzipierten ‚Aufenthaltsräume‘ werden von der jüngeren Bevölkerung gut angenommen. Besonders auffällig ist, dass sich regelmäßig nach 20 Uhr eine Gruppe eritreischer Geflüchteter im Park einfindet, um auf dem dortigen Beach-Volleyball-Feld miteinander und gegeneinander zu spielen.
Trikots sucht man bei den Spielern vergeblich, sie treten in ihrer normalen Freizeitkleidung an. Sie bilden so viele Mannschaften, wie die Anzahl der Gekommenen hergibt, und spielen dann als Teams gegeneinander. Ein von den Spielern abgestellter Schiedsrichter leitet die Spiele, ruhig, mit Absprachen und unter der Akzeptanz aller Beteiligten. Das klappt so gut, dass er auf eine Pfeife verzichten kann, die eigentlich dazu gehören würde.

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Von Annelie Andert
AnnelieAndert
Land und Leute kennen zu lernen ist besonders für Neuzuzügler/innen so wichtig. Was könnte besser dazu beitragen, als die Umgebung selbst zu er-fahren? Außerdem kann man beim gemeinsamen „Sightseeing“ ja nicht nur Landschaft, Geschichte und Kultur kennen lernen, sondern auch die Mitreisenden.
Für die Ausflugsziele von Willkommen-Team Norderstedt e.V. und Geflüchteten gibt es einige Grundbedingungen: Sie müssen gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein, die Fahrtkosten müssen gering sein und der Zeitaufwand für Hin- und Rückfahrt muss in einer vernünftigen Relation zur vor Ort verbrachten Zeit stehen.
Erst wurden die Ausflüge nur vom Willkommen-Team geplant, organisiert und beworben, dann stiegen auch Geflüchtete in die Vorbereitung mit ein. Sie entschieden mit, welches der vorgeschlagenen Ausflugsziele jeweils angesteuert werden sollte, verteilten die Ankündigungs-Flyer in den Flüchtlingsunterkünften, sammelten Anmeldungen ein und gaben sie weiter an mich als Verantwortliche.

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Von Hasmik Parvanyan aus Armenien
HasmikParvanyan
Für mich hat Musik keine Sprache und keine Grenzen. Man kann durch die Musik viele andere Menschen kennenlernen.
Ich komme aus Armenien. Seit zwei Jahren leben meine Familie und ich in Norderstedt. Mein älterer Sohn macht eine Ausbildung, mein jüngerer Sohn ist Schüler und Deutscher Vizemeister im Schach. Jetzt mache ich mit meinem Mann ein Praktikum im Rahmen eines BAMF-Projektes.
In Armenien habe ich mein Studium der Musikpädagogik mit dem Magister-Grad abgeschlossen und 16 Jahre in einem entsprechenden Beruf gearbeitet. Ich war lange Jahre Leiterin eines Kinderchors. Als Konzertpianistin habe ich viele Stücke von Mozart, Schubert, Rachmaninov, Babajanyan in meinem Repertoire.
In Norderstedt habe ich den Chor des Theaters Pur ein Jahr lang begleitet.

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Von Roula Kanjou aus Syrien
Ich heiße Roula Kanjou, komme aus Syrien und lebe seit dreieinhalb Jahren in Norderstedt. Malen ist für mich eine wichtige Beschäftigung. Mit dem Malen kann ich meine Gefühle zum Ausdruck bringen. Es kann mich mit anderen Menschen verbinden und mit anderem, was mir wichtig ist. So beschäftige ich mich mit Farben und Formen - das stellt eine Verbindung her zu meinem Beruf als Architektin. Ich liebe besonders Farben.

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Von Issa Saad aus Syrien, teils aus dem Arabischen übersetzt u. bearbeitet
IssaSaad
Meine Heimatstadt ist Kamischli im Nordosten Syriens an der Grenze zur Türkei in der Provinz al-Hasaka. Sie liegt am Fluss Dschaghdschagh. Er entspringt in der Türkei und mündet etwa 80 km südlich in den Chabur. Die Region wird landwirtschaftlich intensiv genutzt, es wird Baumwolle und Weizen angebaut. Dort in Kamischli bin ich geboren, mit elf Geschwistern aufgewachsen und zwölf Jahre zur Schule gegangen. Nach dem Abitur habe ich in Aleppo eine dreijährige Ausbildung absolviert, die ich mit einem Diplom für den Bereich Bahn-Signalanlagen abschloss.

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Von Afewerki Tewelde aus Eritrea
Zwei Jahre lang kreisten meine Gedanken um Flucht aus einem Land, in dem es keine Freiheit gibt und keine Möglichkeit, den Militärdienst, der Zwang ist, zu beenden. Am 20. September 2015 begann ich mit zwei Freunden meinen langen Weg nach Deutschland.
Nach einem Fußmarsch von zwei Tagen kamen wir in Äthiopien an. Mit einem kleinen überfüllten Lastwagen ging es nach einer Woche weiter in den Sudan.

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Von Filiz Iraz Umulgan aus der Türkei
Aus dem Türkischen übersetzt

Filiz Iraz UmulganIm März 2016 habe ich Mardin, wo ich geboren wurde und wo ich die schönsten Tage meiner Kindheit und Jugend verbracht habe, verlassen müssen. Mardin liegt im kurdischen Gebiet der Türkei und man konnte dort alle Religionen, Kulturen, Farben und Gerüche finden, Mardin war eine kosmopolitische Stadt. Die Schönheit der Stadt zu beschreiben würde viele Bände füllen und vermutlich auch dann noch unvollständig sein. Aber nicht nur Madin, nein, mein geliebtes Land habe ich verlassen müssen. Seitdem bin ich in Deutschland.

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Von Fakhria Abdalla aus SyrienFakhria

Der Begriff „Kurd“ wurde im Mittelalter für Nomadenstämme benutzt, die weder Araber noch Türken waren. Die Kurden leben in verschiedenen Ländern, die meisten von ihnen in Syrien, Irak, Iran und in der Türkei, große Gruppen aber auch in Aserbaidschan, in Armenien und Libanon. Ihr Hauptsiedlungsgebiet wird als Kurdistan bezeichnet. Die geschätzte Anzahl von Kurden liegt zwischen 25 und 30 Millionen Menschen. Die meisten Kurden leben in der Türkei - etwa 1/5 der gesamten türkischen Bevölkerung sind Kurden, also etwas über 13 Millionen.

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Von BozBozanan Shikho aus Syrien

 Bevor ich ein Flüchtling wurde, war ich jemand, der unschuldige Träume hatte.

Der größte Traum, den ich um jeden Preis verwirklichen wollte, war der Schulerfolg, um ein nützliches Individuum der Gesellschaft zu werden. Damals hatte ich das Gefühl, dass ich mein Ziel erreichen kann, hatte Vertrauen in mich selbst. Über das, was in der Zukunft passieren würde, habe ich mir nicht den Kopf zerbrochen.

Dass ich eines Tages Schüsse, das Geschrei der Frauen und das Weinen verwirrter, verängstigter Kinder hören würde, ahnte ich damals nicht.

Es ist Krieg, rief einer den Menschen zu, während er auf die Straße stürzte.

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