WIR HIER: Artikel von Geflüchteten und Menschen, die schon länger hier leben

Frühlings-Special

Von Tara Jafarzadeh aus Dubai

Der Nowruz-Tag ist der Tag, an dem die Erde einen vollen Kreis um die Sonne durchlaufen hat. Je nach Sprachraum heißt der Tag auch Nouruz, Newroz, Nevruz, Nevruzi, Navro‘z. Übersetzt bedeutet das Wort Neuer Tag, er ist der Tag des Neujahrs- und Frühlingsfestes, das am 20. oder 21. März vor allem im Iran und in den kurdischen Gebieten der Türkei und des Nordirak gefeiert wird. Aber auch auf dem Balkan, rund um das Schwarze Meer, im Kaukasus und in Zentralasien wird Nowruz begangen.

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Von Gisela Ellerbrock-Albrecht

Der Beginn des Frühlings wird vor allem auf dem Lande mit besonderen Festen und Bräuchen gefeiert. Vor der Industrialisierung mussten die Menschen im Winter Dunkelheit, Kälte und Lebensmittelknappheit aushalten. Darum freuten sie sich über die beginnende wärmere Jahreszeit. Die Bräuche zum „Winteraustreiben“ sind verschieden. In einigen Regionen wird eine Strohpuppe vor das Dorf getragen und verbrannt. In anderen Regionen spielt ein Junge den Winter als "Schwarzer Mann". Er wird von den Mädchen mit Frühlingszweigen durchs Dorf gejagt. In allen Regionen aber kennen die Menschen Frühjahrsmüdigkeit, Frühlingsgefühle und den Frühjahrsputz.

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Nach Gesprächen mit Ataklti Ghiwet, Daniel Grmay, Dawit Mehretu, Afewerki Tewelde


Im Frühling liegt die Temperatur häufig bei etwa 30°C. Meistens scheint die Sonne und es regnet wenig. Die Bauern beginnen ihre Felder zu bestellen.
Rund 25% sind Kleinbauern, die ihr Land mithilfe von Ochsen bearbeiten und die von Hand säen. Sie verkaufen ihre Produkte wie Kartoffeln, Mais, Weizen, Weißkohl, Spinat, Paprika, Karotten und Zucchini auf den Märkten. In den Dörfern haben viele Familien einen Garten zur Selbstversorgung. Der größte Teil der Ackerfläche gehört dem Staat. Auf den großen Feldern werden landwirtschaftliche Maschinen eingesetzt.

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Von Bozan Shikho aus Syrien

Ob der Tag nun Nouruz oder Newroz genannt wird: immer ist damit das Fest zu Frühlingsbeginn gemeint, das von mehr als 300 Mio. Menschen seit mehr als 3000 Jahren auf der Balkanhalbinsel, in der Schwarzmeerregion, im Kaukasus, in Zentralasien und im Nahen Osten gefeiert wird. Nouruz wurde 2009 von den Vereinten Nationen in die Liste der „Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit“ aufgenommen.

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Familie Shekhy aus Syrien

In Syrien waren die Shekhys Kleinbauern – in Norderstedt bewirtschaftet die Familie einen großen Hausgarten. Ein Bericht von Claudia Blume.

Im Norden Syriens besaßen Leila und Ahmad Shekhy 500 Hektar Land, das sie mit Weizen und Baumwolle bestellten. Die Ernte wurde verkauft und sicherte der achtköpfigen Familie ein zusätzliches Einkommen zum Lohn des Vaters als Busfahrer. In den Beeten rund um ihr Haus bauten die kurdischen Kleinbauern zudem Tomaten, Auberginen, Zucchini und Zwiebeln an, die in der eigenen Küche verarbeitet oder ebenfalls verkauft wurden. „Außerdem hatten wir eine Kuh, die ich morgens und abends gemolken habe“, erinnert sich Leila, „es gehört einfach zu unserem Leben, mit der Natur und unseren Händen zu arbeiten.“

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Von Homayoun Akbar-Teherani aus Iran

Homayoun Akbari TeheraniDie Erinnerung an den Frühling in Iran ist fest in meinem Körper und meiner Seele verankert und meine Sehnsucht nach ihm ist groß, auch wenn ich seit 1988 in Deutschland bin:
Da sind vor allem die Narzissen. Nirgendwo riechen sie so gut wie in Iran und der Duft ist noch heute in meiner Nase. Sie wachsen auf riesigen Feldern, in kleinen Gärten, auf Fensterbänken und werden als Blumensträuße verschenkt.
Da ist der Geruch nach selbstgebackenen Keksen, wenn meine Mutter und ich zwei, drei Wochen vor dem Nowruz-Fest eine Tante in einer kleinen Stadt besuchten. Der Duft strömte durch die schmalen Gassen und begleitete unseren Gang zum Müller, wo Mandeln für die Plätzchen gemahlen wurden. Und natürlich das Backen selbst in dem riesigen Backofen, der nur vor Festen genutzt wurde.

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 Von Zina Safoyan aus Armenien

ZinaAn einem Frühlingsmorgen wache ich auf, die Sonne strahlt und ich sehe meine Mutter in unserem Garten im frühen Sonnenlicht, wie sie die Rosen pflegt, erfüllt von Liebe und mit demselben Lächeln im Gesicht, mit dem sie sich uns Kindern immer zuwendet.
Das war vor unserer Flucht. Als wir nach Deutschland kamen, und sie so viel Fremdes sah, und wir verwirrt waren, wurde ihr früheres Lächeln zu Traurigkeit. Wir sprachen diese Sprache nicht, wir hatten keine Familie bei uns.
Dann, an einem anderen Frühlingsmorgen, in unserem neuen Leben, wachte ich auf, die Sonne schien, und ich sah, dass meine Mutter im Garten Blumen einpflanzte,

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