WIR HIER: Artikel von Geflüchteten und Menschen, die schon länger hier leben

Vom Weggehen und Ankommen

Von Hasmik Parvanyan aus Armenien
HasmikParvanyan
Für mich hat Musik keine Sprache und keine Grenzen. Man kann durch die Musik viele andere Menschen kennenlernen.
Ich komme aus Armenien. Seit zwei Jahren leben meine Familie und ich in Norderstedt. Mein älterer Sohn macht eine Ausbildung, mein jüngerer Sohn ist Schüler und Deutscher Vizemeister im Schach. Jetzt mache ich mit meinem Mann ein Praktikum im Rahmen eines BAMF-Projektes.
In Armenien habe ich mein Studium der Musikpädagogik mit dem Magister-Grad abgeschlossen und 16 Jahre in einem entsprechenden Beruf gearbeitet. Ich war lange Jahre Leiterin eines Kinderchors. Als Konzertpianistin habe ich viele Stücke von Mozart, Schubert, Rachmaninov, Babajanyan in meinem Repertoire.
In Norderstedt habe ich den Chor des Theaters Pur ein Jahr lang begleitet.

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Von Roula Kanjou aus Syrien
Ich heiße Roula Kanjou, komme aus Syrien und lebe seit dreieinhalb Jahren in Norderstedt. Malen ist für mich eine wichtige Beschäftigung. Mit dem Malen kann ich meine Gefühle zum Ausdruck bringen. Es kann mich mit anderen Menschen verbinden und mit anderem, was mir wichtig ist. So beschäftige ich mich mit Farben und Formen - das stellt eine Verbindung her zu meinem Beruf als Architektin. Ich liebe besonders Farben.

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Von Issa Saad aus Syrien, teils aus dem Arabischen übersetzt u. bearbeitet
IssaSaad
Meine Heimatstadt ist Kamischli im Nordosten Syriens an der Grenze zur Türkei in der Provinz al-Hasaka. Sie liegt am Fluss Dschaghdschagh. Er entspringt in der Türkei und mündet etwa 80 km südlich in den Chabur. Die Region wird landwirtschaftlich intensiv genutzt, es wird Baumwolle und Weizen angebaut. Dort in Kamischli bin ich geboren, mit elf Geschwistern aufgewachsen und zwölf Jahre zur Schule gegangen. Nach dem Abitur habe ich in Aleppo eine dreijährige Ausbildung absolviert, die ich mit einem Diplom für den Bereich Bahn-Signalanlagen abschloss.

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Von Afewerki Tewelde aus Eritrea
Zwei Jahre lang kreisten meine Gedanken um Flucht aus einem Land, in dem es keine Freiheit gibt und keine Möglichkeit, den Militärdienst, der Zwang ist, zu beenden. Am 20. September 2015 begann ich mit zwei Freunden meinen langen Weg nach Deutschland.
Nach einem Fußmarsch von zwei Tagen kamen wir in Äthiopien an. Mit einem kleinen überfüllten Lastwagen ging es nach einer Woche weiter in den Sudan.

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Von Filiz Iraz Umulgan aus der Türkei
Aus dem Türkischen übersetzt

Filiz Iraz UmulganIm März 2016 habe ich Mardin, wo ich geboren wurde und wo ich die schönsten Tage meiner Kindheit und Jugend verbracht habe, verlassen müssen. Mardin liegt im kurdischen Gebiet der Türkei und man konnte dort alle Religionen, Kulturen, Farben und Gerüche finden, Mardin war eine kosmopolitische Stadt. Die Schönheit der Stadt zu beschreiben würde viele Bände füllen und vermutlich auch dann noch unvollständig sein. Aber nicht nur Madin, nein, mein geliebtes Land habe ich verlassen müssen. Seitdem bin ich in Deutschland.

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Von Fakhria Abdalla aus SyrienFakhria

Der Begriff „Kurd“ wurde im Mittelalter für Nomadenstämme benutzt, die weder Araber noch Türken waren. Die Kurden leben in verschiedenen Ländern, die meisten von ihnen in Syrien, Irak, Iran und in der Türkei, große Gruppen aber auch in Aserbaidschan, in Armenien und Libanon. Ihr Hauptsiedlungsgebiet wird als Kurdistan bezeichnet. Die geschätzte Anzahl von Kurden liegt zwischen 25 und 30 Millionen Menschen. Die meisten Kurden leben in der Türkei - etwa 1/5 der gesamten türkischen Bevölkerung sind Kurden, also etwas über 13 Millionen.

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Von BozBozanan Shikho aus Syrien

 Bevor ich ein Flüchtling wurde, war ich jemand, der unschuldige Träume hatte.

Der größte Traum, den ich um jeden Preis verwirklichen wollte, war der Schulerfolg, um ein nützliches Individuum der Gesellschaft zu werden. Damals hatte ich das Gefühl, dass ich mein Ziel erreichen kann, hatte Vertrauen in mich selbst. Über das, was in der Zukunft passieren würde, habe ich mir nicht den Kopf zerbrochen.

Dass ich eines Tages Schüsse, das Geschrei der Frauen und das Weinen verwirrter, verängstigter Kinder hören würde, ahnte ich damals nicht.

Es ist Krieg, rief einer den Menschen zu, während er auf die Straße stürzte.

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Von Ahmad Turki aus SyrienAhmadTurki

Die Bedingungen zwangen uns, unsere Heimat zu verlassen und in ein neues Land und eine neue Kultur zu ziehen, und jeder von uns hoffte, dass es morgen besser als heute würde.

Wegen der Freundlichkeit der Menschen in unserer neuen Heimat und der guten Aufnahme für uns haben wir viele Träume und sehen eine reale Chance, dass sie wahr werden. Der Wunsch der meisten Flüchtlinge ist es, ein aktives Mitglied in unserer neuen Gesellschaft zu sein.

Unsere Träume fangen meistens damit an, dass wir die Schrecken und Nöte zu vergessen versuchen, die wir infolge von Kriegen und Todesbildern

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SamahVon Samah El Shaghdary aus Jemen

Jemen war in alten Zivilisationen als glückliches Jemen bekannt. Es war bekannt für den Handel mit Milchprodukten und Weihrauch, und viele Karawanen des internationalen Handels zogen durch das Land. All das hat heute keine Bedeutung mehr, weil die Realität eine andere ist: Jemen, das einst glückliche Land, ist heute ein zerstörtes Land, in dem sich das Gespenst des Todes befindet. Das Gespenst des Todes überzieht das Land mit Krieg, Terror, Hungersnot, Seuchen. Dennoch gibt es etwas, was den gesellschaftlichen und politischen Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte standgehalten hat,

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JamalVon Jamal Nasser Eddin aus Syrien

Er stammt aus Syrien - belastet mit dem Gedanken an die schöne alte Historie und die Zivilisation seines Landes, die über 7000 Jahre alt ist.
Er ist Bildhauer, Künstler - bekannt für seine freien Gedanken und seine Kreativität und die Einzigartigkeit seines Stils. Er hat viele Länder bereist: Malaysia, Japan, Türkei, Italien. Überall haben seine Werke tiefen Eindruck hinterlassen. Die Rede ist von Yasser Al-Omari.

1999 beendete Al-Omari in seiner Heimat Damaskus sein Studium mit dem Bachelor „FINE ARTS“ an der Fakultät „Skulptur“, 2001 erhielt er den MASTER-Abschluss.

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MohammadVon Mohammad Badawi aus Syrien

Heute ist Donnerstag, kurz nach 9 Uhr, ich sitze in der U- Bahn und fahre nach Hause, nachdem ich meine Tochter in Garstedt in den Kindergarten gebracht habe.
Eine junge Frau setzt sich mir gegenüber. Der erste Gedanke, der mir durch den Kopf geht, als ich sie sehe, ist, dass sie Deutsche ist, weil sie eine helle Haut und blonde Haare hat. Mit ihrer zerrissenen Jeans sieht sie sehr modisch aus.
Einige Sekunden nach Abfahrt der Bahn bemerke ich, dass die fremde Frau mich ansieht.

Ich greife in meine Tasche und hole meine Perlenschnur heraus, mit der ich mich während der Fahrt beschäftigen kann.

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