WIR HIER: Artikel von Geflüchteten und Menschen, die schon länger hier leben

Vom Weggehen und Ankommen

Von Susanna M. Farkas

Ich wurde als Tochter zweier Künstler im Juli 1971 in Budapest geboren. Schon im September desselben Jahres ging meine Mutter mit mir nach Deutschland. Ich ver-brachte in der damaligen DDR 17 Jahre meines Lebens. Dann ging ich allein nach Budapest zurück. Hier lebte ich 12 Jahre, bis ich dann im Alter von 29 Jahren Ungarn verließ, um in Hamburg an der Universität Philosophie mit dem Schwerpunkt Moral und Ethik zu studieren. Ich bin Mitglied in der Hamburger Autorenvereinigung. Weitere Informationen unter www.susanna-m-farkas.de

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Von Aufzeichnungen aus einem Gespräch. Von Susanne Martin

Eine Entscheidung der Ausländerbehörde Segeberg führte dazu, dass ein Geflüchteter, der in Norderstedt in Lohn und Brot stand, nicht mehr arbeiten darf. Und das in einem Handwerksberuf, für den es nicht gerade Arbeitskräfte im Überfluss gibt.
Der Hintergrund: Wer von den Geflüchteten nur eine Duldung hat und der Ausländerbehörde keinen gültigen Pass des Heimatlandes vorlegen kann, muss ihn z.B. bei der Botschaft seines Landes beschaffen. Kann der Geduldete das nicht oder tut er das nicht, weil er nicht an seiner Abschiebung mitarbeiten will, kann er von der Ausländerbehörde wegen fehlender Mitarbeit ein Arbeitsverbot kassieren. Kann, wie gesagt, nicht muss. Die Ausländerbehörde hat hier durchaus einen Ermessensspielraum.

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Von Yaser Hussein

Im Irak habe ich Mathematik, Biologie und Elektrotechnik studiert und alle diese Fächer auch an einer Schule selbst unterrichtet. Meine Kenntnisse in Elektrotechnik habe ich auch genutzt, um meinem Vater in seiner Firma zu helfen. Ich habe eine große Familie. Alle bis auf meine große Schwester sind im Irak geblieben. Diese Schwester hatte vor 20 Jahren im Irak für die UN gearbeitet und konnte deshalb in den USA Asyl finden. Dort arbeitet sie nun schon lange als Lehrerin. Meine Frau und meine beiden Kinder sind im Krieg getötet worden. Das habe ich bei der Anhörung überhaupt nicht sagen können. Es tat zu weh. Überhaupt konnte ich lange nicht darüber reden. Ich war nur traurig. Zuvor hatte ich immer viel mit Freunden unternommen. Nun blieb ich lange Zeit nur in meinem Zimmer und wollte alleine sein.

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Von Hasmik Parvanyan aus Armenien
HasmikParvanyan
Für mich hat Musik keine Sprache und keine Grenzen. Man kann durch die Musik viele andere Menschen kennenlernen.
Ich komme aus Armenien. Seit zwei Jahren leben meine Familie und ich in Norderstedt. Mein älterer Sohn macht eine Ausbildung, mein jüngerer Sohn ist Schüler und Deutscher Vizemeister im Schach. Jetzt mache ich mit meinem Mann ein Praktikum im Rahmen eines BAMF-Projektes.
In Armenien habe ich mein Studium der Musikpädagogik mit dem Magister-Grad abgeschlossen und 16 Jahre in einem entsprechenden Beruf gearbeitet. Ich war lange Jahre Leiterin eines Kinderchors. Als Konzertpianistin habe ich viele Stücke von Mozart, Schubert, Rachmaninov, Babajanyan in meinem Repertoire.
In Norderstedt habe ich den Chor des Theaters Pur ein Jahr lang begleitet.

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Von B.L.
Es ist wunderbar zu sehen, dass sich im Moorbekpark in Norderstedt-Mitte etwas tut: Die dort von der Stadtverwaltung neu konzipierten ‚Aufenthaltsräume‘ werden von der jüngeren Bevölkerung gut angenommen. Besonders auffällig ist, dass sich regelmäßig nach 20 Uhr eine Gruppe eritreischer Geflüchteter im Park einfindet, um auf dem dortigen Beach-Volleyball-Feld miteinander und gegeneinander zu spielen.
Trikots sucht man bei den Spielern vergeblich, sie treten in ihrer normalen Freizeitkleidung an. Sie bilden so viele Mannschaften, wie die Anzahl der Gekommenen hergibt, und spielen dann als Teams gegeneinander. Ein von den Spielern abgestellter Schiedsrichter leitet die Spiele, ruhig, mit Absprachen und unter der Akzeptanz aller Beteiligten. Das klappt so gut, dass er auf eine Pfeife verzichten kann, die eigentlich dazu gehören würde.

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Von Tara Jafar Zadeh aus Dubai. Aus dem Englischen
Tara Jafar Zadeh
Drei ‚Ws‘ bzw. im Englischen drei ‚Rs‘ fordern dazu auf, diese Erde, unseren Heimatplaneten, sauberer und sicherer zu machen. Die drei ‚Ws‘ bedeuten weniger verbrauchen, wieder verwenden, weiter verwerten. Im Englischen heißt das reduce, reuse and recycle.
Wenn ich „sicherer“ sage, meine ich das nicht nur in Bezug auf uns Menschen. Die Vermüllung unserer Umwelt ist für das Leben zu Lande und zu Wasser todbringend oder zumindest schädlich. In Plastiktüten können Tiere sich verfangen und ersticken. Und sie halten Plastik fälschlicherweise für Nahrung.

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Von Mustafa Maai aus Syrien. Aus dem Arabischen übersetzt.
MustafaMaai
Die Religion der Yeziden ist eine sehr alte Religion, man sagt, sie sei die älteste Religion der Kurden. Sie enthält Bestandteile alter Naturreligionen, wie z.B. die Verehrung der Sonne. Andere Hinweise besagen, dass die Wurzeln dieser Religion auf die Epoche der Sumerer zurückgehen.
Über die Anzahl der Yeziden gibt es nur Schätzungen, man sagt zwischen 800.000 und einer Million weltweit. Ihre größten Siedlungsgebiete vor der Vertreibung lagen im Nordirak, aber auch in Syrien, in der Türkei und im Iran. Im Nordirak in Lalisch in der Nähe von Mossul befindet sich das religiöse Zentrum der Yeziden. Wichtigstes Heiligtum dort ist die Grabstätte von Scheich Adīibn Musāfir, dem bedeutendsten Heiligen der Yesiden.

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Von Roula Kanjou aus Syrien
Ich heiße Roula Kanjou, komme aus Syrien und lebe seit dreieinhalb Jahren in Norderstedt. Malen ist für mich eine wichtige Beschäftigung. Mit dem Malen kann ich meine Gefühle zum Ausdruck bringen. Es kann mich mit anderen Menschen verbinden und mit anderem, was mir wichtig ist. So beschäftige ich mich mit Farben und Formen - das stellt eine Verbindung her zu meinem Beruf als Architektin. Ich liebe besonders Farben.

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Von Issa Saad aus Syrien, teils aus dem Arabischen übersetzt u. bearbeitet
IssaSaad
Meine Heimatstadt ist Kamischli im Nordosten Syriens an der Grenze zur Türkei in der Provinz al-Hasaka. Sie liegt am Fluss Dschaghdschagh. Er entspringt in der Türkei und mündet etwa 80 km südlich in den Chabur. Die Region wird landwirtschaftlich intensiv genutzt, es wird Baumwolle und Weizen angebaut. Dort in Kamischli bin ich geboren, mit elf Geschwistern aufgewachsen und zwölf Jahre zur Schule gegangen. Nach dem Abitur habe ich in Aleppo eine dreijährige Ausbildung absolviert, die ich mit einem Diplom für den Bereich Bahn-Signalanlagen abschloss.

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Von Afewerki Tewelde aus Eritrea
Zwei Jahre lang kreisten meine Gedanken um Flucht aus einem Land, in dem es keine Freiheit gibt und keine Möglichkeit, den Militärdienst, der Zwang ist, zu beenden. Am 20. September 2015 begann ich mit zwei Freunden meinen langen Weg nach Deutschland.
Nach einem Fußmarsch von zwei Tagen kamen wir in Äthiopien an. Mit einem kleinen überfüllten Lastwagen ging es nach einer Woche weiter in den Sudan.

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Von Filiz Iraz Umulgan aus der Türkei
Aus dem Türkischen übersetzt

Filiz Iraz UmulganIm März 2016 habe ich Mardin, wo ich geboren wurde und wo ich die schönsten Tage meiner Kindheit und Jugend verbracht habe, verlassen müssen. Mardin liegt im kurdischen Gebiet der Türkei und man konnte dort alle Religionen, Kulturen, Farben und Gerüche finden, Mardin war eine kosmopolitische Stadt. Die Schönheit der Stadt zu beschreiben würde viele Bände füllen und vermutlich auch dann noch unvollständig sein. Aber nicht nur Madin, nein, mein geliebtes Land habe ich verlassen müssen. Seitdem bin ich in Deutschland.

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